LOS!

Lernen mit Herz, Hand und Verstand

- diesem Bildungsprinzip folgen die Schüler der KAR Pforzheim, zusammen mit den Kulturpädagogen der Pforzheimer Museen. Wie so ein Tag aussieht, haben Schüler der Klasse 7f erleben dürfen.

Zusammen mit den Museeumspädagogen Christina Klittich und Tanja Solombrino wurden sie in die Welt des Mittelalters in Pforzheim eingeführt. So bekamen die Schüler mittelalterliche Geschichte zum Anfassen. Nachdem sie mit ihrem Geschichtslehrer Markus Speer schon leibhaftige Ritter zu Besuch hatten, ging es Anfang Dezember in das Stadtmuseum Pforzheim.

Zu Beginn wurden die Schüler in die Welt des handlungsorientierten Lernens eingeführt, indem sie an der Druckerpresse Erzeugnisse anfertigten. Ein bekannter Pforzheimer Drucker war damals Thomas Anselm. Nach im ist die heutige Anselmstraße benannt. Dieser druckte in deutscher Sprache und brachte wichtige Informationen unter das Volk. So fand auch die Reformation den Weg in die Stadt. Die Schüler vernahmen mit Erstaunen, dass auch andere Straßen der Stadt einen Bezug zur Geschichte haben. So die "Kleine Gerbergasse" und das "Flößerviertel." Damit wären sie schon bei den traditionellen Berufen, die damals häufig anzutreffen waren.

So erfuhren die Schüler, dass Flöße von über 400 Metern Länge den Weg über Pforzheim nach Holland gefunden hätten. Diese kamen vom Schwarzwald, wurden anschließend für den Kriegsschiffbau nach Holland weitergeleitet.

Mit Erstaunen wurde vernommen, dass Pforzheim im Mittelalter eine wesentlich bedeutendere Stadt war, als heute. So war die Stadt die Hauptstadt des Markgraftentums Baden. Im Jahre 1447 fand die Fürstenhochzeit zwischen Karl von Baden und Katharina von Österreich statt. Dabei wurden 1500 Kälber, 100 Ochsen, 8000 Gänse und 15000 Hühner verzehrt. 15000 Liter Wein durchfloss die durstigen Kehlen. Den Höhepunkt der Trauung, bildete ein Ritterturnier vor den Stadtmauern. Das wäre heute die Gegend um das Stadttheater und der Stadthalle.

Das es damals nicht nur "Glanz und Gloria " gab, mussten die Schüler auch erfahren. So raffte die Pest mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung hinweg. Dies lag hauptsächlich daran, dass man die Abfälle einfach auf die Straße warf, die Gerber ihre Abfälle in den Fluss leiteten und man dachte, dass das Wasser die Pest übertragen würde. "Die damaligen Menschen, vor allem die Ritter, hatten selten saubere Fingernägel und wuschen sich nur einmal im Jahr." Nicht umsonst komme das wegweisende Sprichwort "immer der Nase nach" aus dem Mittelalter.

Zum Abschluss konnten die Schüler und Schülerinnen noch in die Kleidung der damaligen Zeit schlüpfen.

Im Anschluss wurde das Projekt abgerundet, indem die Schüler auf Spurensuche geschickt wurden. So fanden sie anhand eines Stadtplanes von 1507 Plätze, die natürlich das mittelalterliche Pforzheim erahnen lassen.

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